26 März, 2020 Valerie Adolff

Willst Du auch Deine Emotionen besser steuern lernen, anstatt Dich verrückt zu machen?

Eine unerwartete Veränderung und schon wird unser Sicherheitsbedürfnis stark durchgerüttelt! Dazu kommt eine Lawine an Informationen, zum Teil auch widersprüchliche, die uns aufregen und unseren Körper anspannen lassen.
Je länger eine Situation wie diese andauert, um so mehr ermüden wir. Warum?

Die Autorin Elisabeth Kübler-Ross spricht von verschiedenen Lernphasen, die sie in der sogenannten Veränderungkurve beschreibt. Laut dieser durchleben wir die beschriebenen Momente nacheinander wie folgt:
1) beginnend mit dem ersten Moment, in dem wir von der Veränderung erfahren
2) dann der Weigerung, diese wahrzunehmen oder der Flucht davor
3) dementsprechend die Niedergeschlagenheit, die in einem Tiefpunkt endet,
in dem wir schliesslich uns dem ganzen Ausmass hingeben
4) Das führt im tatsächlichen Trauerprozess schliesslich zu einem Neuanfang, mit welchem wir unseren Blick wieder in die Zukunft richten.
Gemäss der langjährigen Forschungen von Kübler-Ross durchlebt eine grosse Mehrheit aller Menschen sowie Organisationen dieselben Phasen. Der Unterschied liegt nur darin, wie lange jede(r) in jeder weilt und demensprechend wie lange dann der Prozess der Akzeptanz dauert. Je weniger wir auf diese Veränderung Einfluss nehmen können, um so länger dauert der komplette Prozess. Viele Mediziner unter anderen auch Bart-Jan Kullberg haben zu diesem Ansatz auch Paralelen in der Resilienz (Erholung) ihrer Patienten von Krankheiten gefunden, daher ist die zitierte Quelle der AWO durch seinen Erfahrungen ergänzt worden.

Das tatsächliche Lernen, das hinter diesem Veränderungsprozess steht, hängt von unserer Einstellung, unserer Bereitschaft alte Verhaltensmuster loszulassen und uns vollständig auf die neue Situation einzustellen. Dafür müssen wir unser persönlichen Qualitäten wie lebenslanges Lernen, ein stetes Erholen von physischem oder emotionalen Ungleichgewichten, sowie der Umgang mit der Ungewissheit kennen.
Und dies hat einen Einfluss auf unsere Emotionswelt, wie wir uns dem Ganzen stellen oder inwieweit wir uns von äusseren Veränderungen verrückt machen lassen.
Mit jeder Veränderung wird eine Serie von Emotionen, also Ängsten ausgelöst, die ihren gesunden Ablauf dort finden, wo unser Überlebensmechanismus in Aktion tritt. Dieser fordert den Körper zum Kampf oder zur Flucht (bzw. Aktion) auf. Sollten wir dann nicht agieren, dann beginnt die Verlängerung dieses Mechanismus und es kommt zu Stress, also auch zur Überladung des emotionalen Systems. Unser Nervensystem, der die Information zu den wichtigen Bereichen im Hirn oder danach zu den Muskeln vermittelt, reagiert über und wir empfinden es als „es macht mich verrückt“.
Wollen wir einen positiven Einfluss und die Beruhigung des Nervensystems erreichen, dann hilft die Steuerung der Emotionen über Aufmerksamkeit, Atmung und Entspannung.

Entspannungübung „wenn mir alles zu viel wird“ 

In diesen Tagen kann einem schnell mal alles zu viel werden! Dadurch sind wir angespannt, unruhig und unsere Muskeln ziehen sich zusammen. Ich lade Dich ein, die nachfolgende Übung auszuprobieren, damit Du aus dem Kreislauf Anspannung – Unruhe ausbrechen kannst und wieder ruhiger wirst. Und vielleicht siehst Du vieles dann wieder mit anderen Augen.
Nutze die Übung so oft Du magst!

https://youtu.be/j_3ocE_jJ68 (bitte anklicken)

Für besonders feinfühlige Personen, welche ihre Emotionen mehr nachts in ihren Träumen „erleben“, empfehle ich diese Übung vor dem Einschlafen im Liegen zu machen.